4 thoughts on ““Ottensen soll belebt” werden – eure Meinung

  1. Klaus Mensing

    Liebe Nadja,
    cooler Beitrag – und sooo richtig getroffen. Erhalte Dir bitte Deinen Humor, auch wenn die Punkte eigentlich von Politik und Verwaltung deutlich ernster genommen werden müssten.
    Wir bleiben am Ball!
    Klaus Mensing

  2. Uwe M

    Ottensen beleben?

    Ottensen ist doch schon belebt und beliebt.
    Durch einen schönen Mix aus Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Ausgehen sind von früh morgens bis tief in die Nacht immer Leute auf der Straße. Das sorgt nicht nur für Lokalkolorit, sondern Nachts auch für ein Gefühl der Sicherheit, dass mir in anderen, menschenleeren Stadtteilen fehlt.

    Also wieso Ottensen zusätzlich beleben, und nicht z.B. Osdorf oder Lurup?
    Ein Schelm wer Böses dabei denkt, aber vielleicht um eine garantierte Erfolgsstory, sprich einen belebten Stadtteil NACH Projektende vorweisen zu können? Es fragt ja keiner, ob er vorher auch schon belebt war. 😉

    Meine Gedankeno kommen nun zum wie.
    Mehr Platz für Gastronomie wurde blumig verkündet. Tatsächlich soll aber kein einziger zusätzlicher Außenplatz genehmigt werden?
    Ganz im Gegenteil. Einem der wenigen übrig gebliebenen Traditionsbetriebe im Viertel, dem Möller, wurden die Außenflächen
    durch eine Fahrradautobahn beschnitten. Dass ich nun mindestens drei mal die Woche von Kampfradlern beinahe vom Gehweg gefegt werde ist ein ganz anderer Aufreger.

    Damit gehe ich zum Thema der Kontrolle über.
    Welche Regeln gelten denn überhaupt, und für wen?
    Werden die kleinen Bars und Cafés, die sich längst mit ihren Nachbarn arangiert haben, und deren Gäste sich auch außen einigermaßen rücksichtsvoll verhalten, plötzlich um 23 Uhr beschnitten? Damit dann den Anwohnern zwischen 23 und 7 Uhr der Lieferverkehr aufgedrückt wird?
    Leidtragende sind hier nur wieder diejenigen Gastronomen, die sich an die Regeln halten (müssen), und die (Stamm)gäste, die den Umsatz IN der Gastronomie machen, und nicht in den Kiosken.

    Abgesehen davon.
    Wer sorgt für eine langanhaltende und durchgängige Kontrolle der, wie auch immer sinnvollen, Maßnahmen?
    Ich erinnere an die Feierlichkeiten zum Dieselfahrverbot in der Max Brauer Allee. Politik und Aktivisten haben sich Medien- und Öffentlichkeitswirksam mit Musik und Fest (erinnert an das Picknik am 1. September) in Szene gesetzt, und wenige Tage später fanden keine erkennbaren Kontrollen mehr statt.

    Die oben wiedergegeben Aspekte beschäftigen mich.
    Das nicht vorhandene Verkehrskonzept, das nur einseitig “autofrei” postuliert, ohne auf ein gleichberechtigtes Miteinander ALLER Verkehrsteilnehmer einzugehen, lasse ich an dieser Stelle außen vor. Darüner wurde schon genügend an anderer Stelle geschrieben und diskutiert.

  3. Silke Friedrichs

    Sehr schön formuliert und auf den Punkt gebracht. Danke!

  4. Dr. Nadja Maurer

    Als jemand, der inmitten der Versuchszone wohnt, kann ich darüber nur den Kopf schütteln. Oder – je nach Uhrzeit und Wetterlage – die Verantwortlichen anflehen, BITTE BITTE: Verstand samt Sinnen anschalten!

    Neben ganztägig belebten Straßen durch Gastro und Shops haben wir (meist seehr zermürbende) Straßenmusik, 4mal wöchentlich Markt, Altonale, Einkaufstage, Weihnachtsmarkt, Touristengruppen etc. pp. Das kann nicht reichen, oder? Da muss noch Leben rein.

    Jede und jeder, der abends in Ottensen ausgeht, geht nachts durch das ‘Nadelöhr’ Kreuzung Ottenser Hauptstraße / Bahrenfelder Straße in Richtung Bahnhof. Viele singen oder johlen noch ein bisschen, diskutieren lautstark, trinken noch ein Bier auf dem Platz, pinkeln in die Seitenstraße, und tragen mit musischer Untermalung mittels Smartphone zur Belebung bei. Danke, ihr Avantgardisten! Für diese Sternstunden urbaner Kultur! Danke auch, dass Anwohner sich nicht so allein fühlen und womöglich noch durchschlafen. Ach ja: Die Straßenreinigung muss weitaus häufiger als in anderen Wohngebieten kommen.

    Dann bleibt ja immer noch die Frage, wer für wen in Ottensen Platz machen soll. Hm — Ist es eigentlich absurd, wenn ich dem testosterongefluteten Raser mit Bassrolle immerhin zugute halte, dass die Große Rainstraße fast (noch) frei ist von Cornern? Die Jungs sind zwar nicht ökologisch-achtsam, aber so was wie eine Gentrifizierungsbremse. Lieber Pest als Cholera wie es so schön heißt. Die Baby-Racer sind jedenfalls mutmaßlich leiser als die längste Bank der Welt. A propos: Gibt es schon kreative hippe Ideen für das größte Pissoir der Welt in erreichbarer Nähe? Der Kiosk, der Flanierer und Banksitzer mit Flüssigem versorgt, hat nämlich keines.

    Und schließlich: Wenn der tägliche Arbeitsweg aus der Ottenser Einöde mit dem Fahrrad am Altonaer Bahnhof vorbeiführt – wg. Sperrung des Lessingtunnels – ist bis zur Max-Brauer-Allee Stress pur! Tipp: Nicht wegen Vereinsamung, liebe Projekteiferer. Der Radweg ist ein heilloses Verkehrschaos mit Scharen von Fußgängern, Radfahrern, E-Rollern, Taxen, Polizeiwagen und Bussen. Ein konstruktiver partizipatorischer Vorschlag: Helmpflicht für Fußgänger.

    Liebe Quartiersentwickler unterschiedlichster Provenienz, ich wüsste zu gerne: Gibt es eine ‘hidden agenda’ hinter der Belebungs-Idee? (Neuauflagen sozialpsychologischer Humanexperimente?) Und: Was ist euer Referenzrahmen für ‘Leben’? (Reeperbahn am Wochenende, Piazza, Grüner Jäger?)
    Und schließlich: Was ist die Zielsetzung?

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